Ein Herz für Teetrinker

Fördert Teekonsum die Herzgesundheit?

Vom 28.02. bis 01.03.2016 fand in Phoenix, Arizona die Tagung der American Heart Association statt. Während die Wissenschaftler von den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen auf dem Gebiet der Herzgesundheit berichteten, erregte vor allem eine Studie das Interesse der Anwesenden: Wer täglich eine Tasse trinkt, kann sein Herzinfarktrisiko senken. Auch die Gefahr, an anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erkranken, kann durch eine Tasse Tee gesenkt werden.

Kaffee oder Tee?

Schon vor geraumer Zeit untersuchte die Johns Hopkins Universität in Baltimore, die eine führende Rolle in zentralen Bereichen wie Medizin und Gesundheitswissenschaften einnimmt, die Auswirkungen von Kaffee auf die Gesundheit. Dabei fanden die Wissenschaftler heraus, dass 100 mg des beliebten Brühgetränks täglich nicht nur Alzheimer vorbeugen können, sondern auch vor Diabetes schützen. Zudem stellten sie heraus, dass Koffein entgegen der weitverbreiteten Befürchtung das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs nicht erhöht. Kürzlich untersuchten sie die Auswirkungen von schwarzem und grünem Tee auf die Herzgesundheit.

Abwarten und Tee trinken

„Wir haben beobachtet, dass Menschen, die moderate Mengen an Tee trinken, weniger Kalziumablagerungen in den Koronararterien des Herzens aufweisen und damit eine geringere Inzidenz für kardiale Ereignisse haben“, erklärt Dr. Elliot Miller vom Johns Hopkins Hospital in Baltimore, der Leiter der Studie. Sein Team untersuchte seit dem Jahr 2000 Daten zum Teekonsum von über 6000 Männern und Frauen. Keiner der Teilnehmer litt zu Beginn der Untersuchung an einer Erkrankung des kardiovaskulären Systems. Über elf Jahre lang haben die Wissenschaftler die Gesundheit der Probanden überwacht und Informationen über Herzinfarkte, Schlaganfälle und Todesfälle durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen ge-sammelt. Auch wurden die Kalziumablagerungen in den Arterien der Studienteilnehmer in einem Abstand von fünf Jahren mittels Computertomographie kontrolliert. Diese Ablagerungen bilden atherosklerotische Plaques und erhöhen das Ri-siko für Herzinfarkt und Schlaganfall.

Ein Herz für Teetrinker

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass Probanden, die zirka eine Tasse Tee pro Tag tranken, ein um 35 % geringeres Risiko für kardiale Ereignisse wie Herzinfarkt oder Schlaganfall aufwiesen als jene, die keinen Tee zu sich nahmen. Bei ein bis drei Tassen pro Tag wurde eine geringere Verkalkung der koronaren Arterienwand beobachtet. Alle Studienteilnehmer nahmen schwarzen oder grünen Tee zu sich. Ob mehr als drei Tassen pro Tag noch besser für die kardiovaskuläre Gesundheit sein können, konnten die Forscher allerdings noch nicht sagen.

Tee allein ist kein Wundermittel

Obwohl Tee zahlreiche gesundheitsfördernde Effekte hat, warnt Dr. Miller davor, in den Studienergebnissen einen Beweis für eine Ursache-Wirkung-Beziehung zwischen Tee und einer besseren Herzgesundheit zu sehen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sei es noch zu früh, Tee im Rahmen der Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu empfehlen, betonte der Forscher.

Quelle: medicalpress.de
Bild: medicalpress.de

Kräutertees im Ökotest – viele Tees stark belastet

Die Zeitschrift Ökotest nahm 22 Kräutertees (davon acht Bioprodukte) unter die Lupe und kam zu einem ernüchternden Ergebnis: Viele Sorten sind mit Pyrrolizidinalkaloiden belastet. Lediglich Biotees kamen besser weg.

Pflanzeneigener Schutz

Bei Pyrrolizidinalkaloiden handelt es sich um sekundäre Pflanzenstoffe, die die Pflanzen bilden, um sich vor Fraßfeinden zu schützen. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung sollen bis zu 3,4 Milligramm dieser Stoffe in einzelnen Sorten stecken. Im Tierversuch kam heraus, dass eine einige dieser Pyrrolizidinalkaloide krebserregend und leberschädigend sind. Eine langfristige Aufnahme könne gar zur Leberzirrhose führen. Laut Stellungnahme des Bundesinstituts für Risikobewertung sei „trotz der in Einzelfällen unerwartet hohen PA-Gehalte in den gemessenen Proben eine
akute Gesundheitsschädigung bei kurzfristiger Aufnahme (bis zu 14 Tagen) für Erwachsene und Kinder unwahrscheinlich“.

Die Pyrrolizidinalkaloide kommen häufig aus mitgerenteten Pflanzen wie dem Jakobskreuzkraut oder dem Gewöhnlichen Natternkopf in den Tee.

Ökotest untersuchte 22 Kräutertees auf Pyrrolizidinalkaloide und auf Pestizidrückstände. In den Biotees wurden allenfalls Spuren giftiger Rückstände gefunden, während in den herkömmlichen Tees erhöhte Mengen an Pyrrolizidinalkaloiden und Pestizidrückständen nachgewiesen wurden.

Die höchsten PA-Gehalte wiesen die Tester im King’s Crown Kräutertee Feine Kräuter, Beutel von Rossmann nach. Im Test stellte sich allerdings kein einziger der konventionellen Tees als völlig einwandfrei heraus. Bei den konventionellen Tees bekamen lediglich der Rewe Ja! Pfefferminze und der Milford Kräutertraum gute Noten.

Zum vollständigen Artikel mit allen Testergebnissen von Ökotest