Warmer Tee bei Hitze – am besten Minze

Endlich können wir sommerliche Temperaturen genießen. Neben Lebensfreude und Genuss bringen heiße Temperaturen jedoch auch Belastungen für den Organismus mit sich. Der Körper kann mit Mattigkeit oder Schwindel reagieren. Durch das vermehrte Schwitzen verliert der Körper wichtige Mineralstoffe. Umso wichtiger ist es, den Flüssigkeitshaushalt auszugleichen – mindestens zwei Liter am Tag sollten es schon sein. Da denken viele, so ein eiskaltes Getränk bringt genau die richtige Abkühlung. Doch ist das, wie die Verbraucherzentrale Bayern schreibt, ein Trugschluss. Mit einem eiskalten Getränk erziele man den gegenteiligen Effekt. „Um vom Organismus aufgenommen zu werden, muss die Flüssigkeit erst Körpertemperatur haben und es wird dafür zusätzlich Wärme produziert“, erläutert Ernährungswissenschaftlerin Gabriela Tremp-Nientiedt von der Verbraucherzentrale. Ernährungsexperten empfehlen deshalb, gerade bei Hitze zu warmen Getränke zu greifen. Auch wenn es paradox scheint, wirkt ein warmes Getränk wie Tee kühlend. „Der Grund dafür ist, dass die Blutgefäße sich erweitern und ein leichtes Schwitzen einsetzt. Dieses bewirkt ein Abkühlen des Körpers“, sagt Tremp-Nientiedt.

Von den Wüstenvölkern lernen

Wüstenvölker wie die Tuareg trinken Pfefferminztee, um mit der Hitze besser zurechtzukommen. Pfefferminztee ist allgemein gut bekömmlich, weitet die Gefäße, aber bringt den Körper nicht noch zusätzlich auf Touren wie Kaffee oder schwarzer Tee. Es empfiehlt sich, mehrere kleine Portionen Pfefferminztee über den Tag verteilt zu trinken. Er muss nicht kochend heiß sein, bei Hitze ist er auch lauwarm sehr lecker. Tipp: Wer einen Balkon oder einen Garten hat, kann Minze selbst anbauen. Am besten gedeiht die Pfefferminze im Schatten oder Halbschatten, so dass sie nicht direkter Mittagssonne ausgesetzt ist. Regelmäßiges Gießen nicht vergessen und schon hat man im Sommer jederzeit ein paar Minzblätter für ein bekömmliches Getränk bereit.

Pfefferminztee – die perfekte Zubereitung

Mit frischer Minze lässt sich im Sommer schnell ein wohlschmeckendes, bekömmliches Getränk zubereiten. Für eine Tasse mindestens vier Blätter zupfen und diese unter dem Wasserhahn abspülen. Mehr als acht Blätter sollten es allerdings nicht sein. Wasser aufkochen und auf 80 Grad abkühlen lassen. Die Minzblätter damit übergießen. Der Tee sollte nun zehn Minuten ziehen. Nach der Ziehzeit die Blätter entfernen. Dazu kann man den Tee durch ein Sieb in eine andere Tasse gießen oder die Blätter mit einem Löffel vorsichtig entfernen.

Wer keinen Pfefferminztee trinken sollte

Auch wenn Pfefferminztee allgemein gut verträglich ist, sollten Verbraucher, die unter Sodbrennen leiden, lieber darauf verzichten, da der Tee die Beschwerden sogar verstärken kann. Minze wirkt sich auf die Schließkraft des Magenmuskels aus und kann diese verringern. Magensäure kann schneller in die Speiseröhre zurückfließen.
Schwangere sollten ebenfalls keinen Pfefferminztee trinken, da Minze krampflösend auf den Unterleib wirkt. Das kann dazu führen, dass Wehen vorzeitig ausgelöst werden. Schwangere sollten immer ihren Gynäkologen konsultieren. Unter Umständen ist der Tee genau das richtige Mittel, um an Ende der Schwangerschaft die Geburt einzuleiten. Dies ist immer mit der Hebamme oder dem Arzt abzusprechen.
Foto Minzblätter: Fotalia/gertrudda

Andorn ist Heilpflanze des Jahres

Heilpflanze des 2018: Andorn

Ein wenig in Vergessenheit geraten ist sie. Andorn die Heilpflanze des Jahres 2018. Dabei hat diese Pflanze ganz schön Power, wenn es um Erkältungen oder Verdauungsprobleme geht. Umso mehr freuen wir uns, dass die Universität Würzburg Andorn nun zur Heilpflanze des Jahres 2018 gekürt hat.

Die Kraft der Bitterstoffe

„Für die Wahl des Andorns zur Arzneipflanze des Jahres 2018 war die historische Bedeutung der Pflanze mit ausschlaggebend“, erklärt Medizinhistoriker Dr. Johannes Mayer vom Studienkreis. Von der Antike bis weit in die Neuzeit habe der Andorn zu den beliebtesten Heilpflanzen in Europa gehört. Das Geheimnis liegt in den Bitterstoffen, die in der Pflanze enthalten sind. Der Mensch besitzt 25 verschiedene „Bitter-Rezeptoren“, die sich unter anderem auf der Zunge, im Mund und Rachen, aber auch auf glatten Muskelzellen des Bronchialsystems befinden. Werden die Rezeptoren dort aktiviert, führt das zur Erweiterung von verengten Bronchien und damit zu einer verbesserten Sauerstoffaufnahme und erleichterten Schleimentfernung. Eine Studie aus den USA weise außerdem darauf hin, dass die gezielte Stimulation der Rezeptoren mit Bitterstoffen das Immunsystem stärken könne, so die Universität Würzburg. Die Bitterstoffe helfen zudem der Verdauung, da sie die Magensäureproduktion anregen. Deshalb kann ein Tee aus der Andorn-Pflanze gut bei Appetitlosigkeit oder Völlegefühl aufgebrüht werden. Bei akuten Beschwerden sollte man drei bis fünf Tassen Andorntee trinken. Schwangere oder Patienten mit Herzrhythmusstörungen sollten auf Andorn verzichten. Kräuterexperten raten von einer dauerhaften Einnahme ab.

Andorn wächst häufig am Wegesrand

Da Andorn manchmal am Wegesrand (vor allem an Hecken und Zäunen) wächst, können Kräutersammler diese Pflanze selbst suchen und pflücken. Ernten lässt sich der Andorn, sobald sich die Blüten voll entfaltet haben. Die oberen zwei Drittel der Pflanze, das blühende Kraut, lässt sich frisch verwenden oder schonend trocknen. Ein charakteristisches Merkmal für Andorn ist die leichte Behaarung. Zu beachten ist, dass man immer nur das pflücken sollte, was man sicher erkennt. Wächst der Andorn an einer viel befahrenen Straße oder einer Hundeauslauffläche, sollte man lieber die Finger davon lassen. Alternativ gibt es in Apotheken oder Reformhäusern fertige Teemischungen oder losen Tee. Bronchialtropfen aus Andornextrakt gibt es in Apotheken.

Zubereitung Andorntee

Andorntee lässt sich leicht aufbrühen. Dazu zwei Teelöffel des getrockneten oder frischen Krauts mit einem Viertel Liter kochendem Wasser übergießen. Anschließend abseihen. Die Ziehzeit beträgt drei bis fünf Minuten.
Foto: Fotalia/ Martina Chmielewski