Ostftiesentee genießen

Teezeremonien

Tee trinken wie die Ostfriesen

Als Ostfriesin werde ich immer mal wieder gefragt: „Trinkt ihr in Ostfriesland wirklich so viel Tee?“ Ja, es stimmt, echte Ostfriesen oder solche, die es werden wollen, trinken tatsächlich ständig ihren Ostfriesentee: morgens, vormittags, nachmittags und einige sogar noch abends. Er schmeckt einfach zu gut und weckt die Lebensgeister in jeder Situation. Damit die ostfriesische Teezeremonie perfekt ist, bedarf es einer ganz besonderen Zubereitung und eines speziellen Zubehörs.

Was macht die ostfriesische Mischung aus?

Beim Ostfriesentee handelt es sich um eine spezielle Schwarzteemischung aus mehreren Sorten – wichtige Bestandteile sind Assam- und Ceylonsorten. Der Name „Ostfriesentee“ ist rechtlich nicht geschützt, so dass im Prinzip jede Schwarzteemischung sich so nennen kann. Als echte Ostfriesenmischung gilt landläufig der Schwarztee, der in Ostfriesland in einem der drei ansässigen Teehandelshäuser gemischt wurde.

Das passende Zubehör

Für eine ostfriesische Teestunde braucht man einiges an Zubehör:

Teekanne aus Porzellan/optimal zwei Kannen
Teetassen aus Porzellan
Teestövchen mit Teelicht
Teesieb
Teelöffel
Sahnelöffel

Für den Teegenuss

Echte Ostfriesenteemischung
Weißer Kandis
Teesahne

Die richtige Zubereitung

Für eine ostfriesische Teestunde braucht man eine „echte“ Ostfriesenteemischung. Die Teekanne mit heißem Wasser aufwärmen. Die Teeblätter lose in die Teekanne füllen. Als Faustregel gilt: 2 bis 3 Teelöffel auf einen Liter. Die Teeblätter mit 100 Grad heißem Wasser aufgießen, so dass die Teeblätter bedeckt sind. Auf einem Stövchen drei bis fünf Minuten ziehen lassen. Danach restliches kochendes Wasser nachgießen. Eine Servierkanne mit heißem Wasser vorwärmen. Ein Teesieb nehmen und den gezogenen Tee durch das Sieb in die Servierkanne gießen. Die Kanne auf ein Stövchen stellen, damit der Tee darin warm bleibt.

Tee mit Kandis und Sahne
Tee mit Kandis und Sahne

Foto: Martin Benhöfer / pixelio.de

Kandis und Wolken

Ein Kandis in die Teetasse füllen. So viel Tee eingießen, bis der Kandis bedeckt ist. Oft gibt es ein gemütliches Knistern dabei. Dann einen Sahnelöffel Teesahne hinzugeben – das berühmte Wölkchen. Jetzt ist der Tee fertig zum Genießen. Der Tee wird übrigens nicht umgerührt. Der Teelöffel ist lediglich dazu da zu signalisieren, dass man keinen Tee mehr möchte. Dann wird er in die Tasse gelegt. Aber frühestens nach der dritten Tasse: Denn in Ostfriesland heißt es „drei Mal ist Ostfriesenrecht“.
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Foto/Titelbild: Fotalia/coonlight