Schlagwort-Archiv: Andorn

Andorn ist Heilpflanze des Jahres

Heilpflanze des 2018: Andorn

Ein wenig in Vergessenheit geraten ist sie. Andorn die Heilpflanze des Jahres 2018. Dabei hat diese Pflanze ganz schön Power, wenn es um Erkältungen oder Verdauungsprobleme geht. Umso mehr freuen wir uns, dass die Universität Würzburg Andorn nun zur Heilpflanze des Jahres 2018 gekürt hat.

Die Kraft der Bitterstoffe

„Für die Wahl des Andorns zur Arzneipflanze des Jahres 2018 war die historische Bedeutung der Pflanze mit ausschlaggebend“, erklärt Medizinhistoriker Dr. Johannes Mayer vom Studienkreis. Von der Antike bis weit in die Neuzeit habe der Andorn zu den beliebtesten Heilpflanzen in Europa gehört. Das Geheimnis liegt in den Bitterstoffen, die in der Pflanze enthalten sind. Der Mensch besitzt 25 verschiedene „Bitter-Rezeptoren“, die sich unter anderem auf der Zunge, im Mund und Rachen, aber auch auf glatten Muskelzellen des Bronchialsystems befinden. Werden die Rezeptoren dort aktiviert, führt das zur Erweiterung von verengten Bronchien und damit zu einer verbesserten Sauerstoffaufnahme und erleichterten Schleimentfernung. Eine Studie aus den USA weise außerdem darauf hin, dass die gezielte Stimulation der Rezeptoren mit Bitterstoffen das Immunsystem stärken könne, so die Universität Würzburg. Die Bitterstoffe helfen zudem der Verdauung, da sie die Magensäureproduktion anregen. Deshalb kann ein Tee aus der Andorn-Pflanze gut bei Appetitlosigkeit oder Völlegefühl aufgebrüht werden. Bei akuten Beschwerden sollte man drei bis fünf Tassen Andorntee trinken. Schwangere oder Patienten mit Herzrhythmusstörungen sollten auf Andorn verzichten. Kräuterexperten raten von einer dauerhaften Einnahme ab.

Andorn wächst häufig am Wegesrand

Da Andorn manchmal am Wegesrand (vor allem an Hecken und Zäunen) wächst, können Kräutersammler diese Pflanze selbst suchen und pflücken. Ernten lässt sich der Andorn, sobald sich die Blüten voll entfaltet haben. Die oberen zwei Drittel der Pflanze, das blühende Kraut, lässt sich frisch verwenden oder schonend trocknen. Ein charakteristisches Merkmal für Andorn ist die leichte Behaarung. Zu beachten ist, dass man immer nur das pflücken sollte, was man sicher erkennt. Wächst der Andorn an einer viel befahrenen Straße oder einer Hundeauslauffläche, sollte man lieber die Finger davon lassen. Alternativ gibt es in Apotheken oder Reformhäusern fertige Teemischungen oder losen Tee. Bronchialtropfen aus Andornextrakt gibt es in Apotheken.

Zubereitung Andorntee

Andorntee lässt sich leicht aufbrühen. Dazu zwei Teelöffel des getrockneten oder frischen Krauts mit einem Viertel Liter kochendem Wasser übergießen. Anschließend abseihen. Die Ziehzeit beträgt drei bis fünf Minuten.
Foto: Fotalia/ Martina Chmielewski